5 Tipps wie Du als Sprechende/r Missverständnissen vorbeugst

5 Tipps wie Du als Sprechende/r Missverständnissen vorbeugst:

Dieser Blogartikel folgt ganz logisch dem vorherigen Artikel mit dem Titel „Wie Missverständnisse entstehen“. Wenn Du ihn noch nicht gelesen oder seine Inhalte vergessen hast, dann solltest Du damit beginnen. Dazu klicke einfach hier.
In meinem letzten Blogartikel habe ich Dir die „Vier Seiten einer Nachricht“ von Friedemann Schulz-von-Thun erläutert. Dadurch, dass wir Menschen auf verschiedenen Ebenen miteinander kommunizieren können und uns oft nicht auf derselben Ebene befinden, entstehen die Missverständnisse.
Um sie zu vermeiden, um Verständnis herzustellen, müssen wir also deutlich machen auf welcher Ebene wir uns gerade befinden.
Dazu gibt es zwei Sichtweisen, nämlich die der Senderin und die der Empfängerin einer Botschaft.

Heute gehe ich auf die Senderin ein. Das ist diejenige, die etwas sagt.
Um als Senderin Deiner Botschaft klar zu kommunizieren, musst Du die fünf folgenden Punkte beachten.

1. Du musst Dein Ziel kennen

Du musst Dein Ziel kennen, nämlich warum Du jetzt etwas sagen willst. Denn daraus folgt die Art des Ausdrucks. Ein Ziel könnte es sein, dass Du einfach nur Dein Gefühl, Dein momentanes Befinden mitteilen willst: „Mir geht es gerade ziemlich mies!“ Wenn Du noch dazu das Bedürfnis nach Verständnis hast, dann fügst Du dem „Mir geht es gerade ziemlich mies“ noch den Grund dafür hinzu. Vielleicht „weil ich eben mein Auto zu Schrott gefahren habe“ oder „weil ich wiedermal einen Migräneanfall habe“ oder so.
Ein weiteres Ziel im Gespräch könnte es sein, Harmonie herzustellen oder auch eine kontroverse lebhafte Diskussion anzufachen. Je nachdem solltest Du Dich anders ausdrücken. Mein Vater hat früher mit uns Kindern (Jugendlichen) gerne abends nach dem Abendessen diskutiert. Dabei hat er ganz bewusst zu uns eine Gegenposition eingenommen, um uns zum Argumentieren zu bewegen. Ein interessantes Erziehungsmittel, das bis heute bei mir seine Wirkung tut. Denn ich versuche immer auch die andere Seite, die andere Sichtweise einzunehmen, um mein Gegenüber verstehen zu können.
Wenn Du aber gerade keine Lust auf oder auch keine Zeit für kontroverse Diskussionen hast, dann stimme Deinem Gegenüber schnell zu und signalisiere damit Verständnis und Harmonie.
Manchmal ist Dein Ziel aber vielleicht auch gar nicht die Kommunikation an sich, das Gespräch mit jemand, sondern Du brauchst das Gegenüber einfach als Zuhörerin, um durch das Formulieren Deiner Gedanken eigene Klarheit zu gewinnen. Dann ist es nicht wichtig, dass Du verstanden wirst sondern nur, dass da jemand bei Dir ist und Du nicht laut Selbstgespräche führen oder mit Deinem Spiegelbild reden mussst.

Also: Mache Dir bewusst, warum Du mit jemand reden willst und welches Ziel Du damit für Dich verfolgst!

 

2. Du musst Dich selbst gut kennen

Um klar kommunizieren zu können, musst Du Dich selbst gut kennen. Umso besser Du Deine Gefühle, Deine Gedanken, Deine Wünsche, Deine Träume, Dein Leben kennst, umso klarer kannst Du kommunizieren.
Um auf das Beispiel im ersten Blogartikel dazu zurück zu kommen: Wenn Dir als Senderin der Botschaft „Du, da vorne ist grün“ bewusst ist, dass Du es eilig hast, dass Du unter Druck stehst, dann (und nur dann!) kannst Du die Selbstoffenbarungsebene formulieren und hinzufügen „Ich habe es total eilig“ und noch besser noch dazu auch die Appellebene benennen mit „Deshalb fahre doch bitte etwas schneller“. Wenn Du Dich entsprechend wahrnimmst und das so im Zusammenhang aussprichst („Du, da vorne ist grün; ich habe es total eilig und bitte Dich deshalb etwas schneller zu fahren“), dann kommt Deine Fahrerin in dem Moment nicht auf die Idee, dass Du die Beziehungsebene meinen und ihr Vorwürfe machen könntest. Denn dann ist Deine Kommunikation klar.
Mach doch gerade mal selbst den Versuch und formuliere das auf das andere Beispiel mit dem Satz „Meine Mutter hat immer sooo guten Zwetschenkuchen gebacken“ aus.

Also: Sei Dir Deiner Gefühle, Gedanken, Wünsche, Träume und Deines Lebens bewusst, damit Du weißt, was Du ausdrücken möchtest!

 

3. Formuliere genau

Formuliere genau, sage, was Du meinst. Wie Du oben schon gemerkt hast, ist das dann in aller Regel nicht mehr kurz und knapp machbar. Der Satz „Du, da vorne ist grün“ ist kurz und knapp, beinhaltet deshalb aber die Möglichkeit zu Missverständnissen. Weil so viel Ungesagtes darin enthalten ist bzw. sein kann. Und auch der Zusatz „Ich habe es eilig“ beinhaltet vermutlich immer noch unausgesprochen den Appell „Bitte fahr schneller“. Und ohne den auszusprechen, bleibt die Möglichkeit, dass die Fahrerin die Beziehungsebene hört und unwirsch reagiert. Abends ein einfaches „Ich bin müde“ kann auch mehrere Botschaften enthalten. Formuliere das, was Du meinst; füge es der kurzen Mitteilung dazu, um es klar werden zu lassen: „Ich fände es schön, wenn wir jetzt zusammen ins Bett gehen würden“ oder „Es ist für mich in Ordnung, wenn Du das noch fertig machen willst. Aber ich muss jetzt einfach ins Bett, sonst schlafe ich hier ein.“ o.ä.
Mein Lieblingsthema ist da auch immer wieder die frauengerechte Sprache: Wenn Du auch Frauen meinst, dann benenne sie! Dazu kannst Du Dir auch gerne noch meinen Blogartikel „Was die Sparkasse mit unsrer Weiblichkeit zu tun hat“ lesen.

Also: Formuliere genau das, was Du meinst.

 

4. Schaffe eine Gesprächsbasis

Schaffe evtl. zuerst eine Gesprächsbasis, indem Du klärst, nachfragst, um was es jetzt genau gehen soll. „Möchtest Du ein Feedback von mir?“, „Willst Du meine Meinung dazu hören? – Oder willst Du einfach nur was loswerden?“, „Geht es uns heute drum, über unsere Beziehung zu reden?“ oder auch „Ich muss jetzt mal meine Gedanken sortieren; es wäre schön, wenn Du mir dabei helfen könntest.“ oder „Ich muss jetzt nur mal gerade meinen Frust los werden – hat aber nichts mit Dir zu tun“ oder ähnliches. Klar, dass das nur geht, wenn Dir Top 3 klar ist.
In dem Zusammenhang möchte ich Dich schon mal auf mein geplantes Webinar zum Thema Selbstwertgefühl hinweisen. Ich habe nämlich festgestellt, dass alles, was wir tun und sagen, in direktem Zusammenhang mit unserem Selbstwertgefühl steht. Denn entweder stärken wir es damit oder wir bestätigen uns in unserem negativen Selbstwertgefühl.
Wenn Dich das interessiert, dann trage Dich bitte hier ein, damit Du die Infos bekommst.

Also: Kläre zuerst, um was es Dir im Gespräch geht!

 

5. Wurdest Du richtig verstanden?

Frage ggfs. nach, ob Du richtig verstanden wurdest. Ich erlebe immer wieder Situationen, in denen ich das Gefühl oder den Eindruck habe, nicht richtig verstanden worden zu sein. Auch in Facebook lese ich oft eine klare Frage und Antworten darauf, die völlig am Thema vorbei gehen. Wobei ich wieder bei Top 1 wäre: Umso klarer Du Dich ausdrückst und sagst, was Du meinst, umso eher wirst Du verstanden. Logisch!

Also: Vergewissere Dich, dass Du verstanden wurdest!

 

So, das waren meine fünf Tipps für Dich als Senderin einer Botschaft. Ich gehe davon aus, dass sie Dir helfen werden, Missverständnisse zu vermeiden. Gerne darfst Du mir dazu Deine Meinung oder auch Deine Erfahrung in einem Kommentar hinterlassen.
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