Hochsensible und ihre Gesundheit

Oder: Wie schnell ein Fass doch überlaufen kann

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade von Esther Natschak „Mein gesunder Start 2018“

Ca. jeder 5. Mensch ist hochsensibel. Diese Menschen nehmen mehr Reize wahr und auf als die restlichen 80 – 85 % der Menschheit. In ersten Studien wurde bei hochsensiblen Menschen auch tatsächlich eine erhöhte Hirnaktivität nachgewiesen.

Wenn Du noch nicht genau weißt, was Hochsensibilität bedeutet, dann kannst Du Dir hier mein kostenloses ausführliches Webinar dazu anschauen.

Das Wahrnehmen von Reizen jeglicher Art und unsere Reaktion darauf gehört zu unserem Menschsein dazu:
– Wir merken, dass es dunkel wird und machen das Licht an;
– uns nervt das Gedudel im Radio und wir schalten es ab;
– von draußen zieht der Gestank der frisch aufs Feld ausgebrachten Gülle ins Auto und wir kurbeln das Fenster hoch;
– unser Bauch knurrt und wir holen uns was zum Essen.

Wir brauchen Reize, um reagieren und für uns sorgen zu können.

Hochsensible nehmen aber deutlich mehr Reize wahr und auf und so passiert es, dass wir in kürzerer Zeit unsere Grenzen erreichen.
Eine Klientin berichtete mir von ihrem Psychologen, der als Vergleich das Bild des Fasses heranzog und meinte, unsere Fässer seien deutlich kleiner, als die der normalsensiblen Menschen und deshalb seien wir schneller an der Belastungsgrenze.
Sein Bild hinkt aber und ich behaupte, dass die Fässer der Hochsensiblen vermutlich sogar mehr aufnehmen können, als die anderer Menschen. Denn wir nehmen in der gleichen Zeit viel mehr wahr und füllen so unsere Fässer schneller. Bei Normalsensiblen tröpfelt es einfach sanft herein, während es bei uns Hochsensiblen platscht und plattert.

Klicke auf das Bild hier drunter und starte das Video, um das Beispiel zu hören, das ich Dir dazu erzählen möchte:

 

Wir Menschen haben immer einen gewissen Adrenalin- und Cortisol-Spiegel. Wir brauchen diese Hormone, um überhaupt agieren zu können, und normale Reize, an die wir gewöhnt sind, machen uns nicht viel aus. Werden wir aber mit Neuem, gar mit Aufregendem konfrontiert, dann schüttet unser Körper erstmal deutlich mehr Adrenalin aus. Das passiert einfach; wir können das nicht steuern.

Adrenalin sorgt dafür, dass Du Dich in einer Stresssituation auf das Wesentliche konzentrierst.
Deine Verdauung ist in dem Moment unwichtig, ebenso die Fähigkeit zur differenzierten Wahrnehmung und zur ausgewogenen Entscheidungsfindung. Für Deinen Körper ist es dann auch nicht so wichtig, sich gegen die auf Dich sowieso ständig einströmenden Viren und Bakterien zur Wehr zu setzen, d.h. Dein Körper fährt in einer Stresssituation auch Deine Immunreaktion runter.

Dagegen bist Du mit erhöhtem Adrenalin-Ausstoß in der Lage, Dich auf das zu konzentrieren, was in dem Moment wirklich wichtig ist: Du weißt sofort, was zu tun ist, ohne lange nachdenken zu müssen. Dein Herzschlag wird schneller, Dein Blutdruck steigt, Du atmest tiefer und schneller und bekommst so mehr Energie und Kraft.

Ich finde es faszinierend, wie sinnvoll und durchdacht wir funktionieren!

Wenn dann der Stress vorbei ist und wir mind. 20 Minuten Ruhe haben, dann baut unser Körper das Adrenalin schnell wieder ab und wir kehren zu unseren normalen Körperfunktionen zurück.

Klicke auf das Bild hier drunter und starte das Video, in dem ich Dir das an einem Beispiel veranschauliche:

 

Wenn die Stresssituation länger andauert, dann schüttet unser Körper vermehrt Cortisol aus, das auch das Dauerstresshormon genannt wird. Es führt nochmal zu einer Verstärkung der körperlichen Reaktionen, die ich zum Adrenalin beschrieben habe.

Cortisol sorgt dann für eine höhere Infektanfälligkeit, für Ess- und Verdauungsprobleme, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Knochen- und Knorpelabbau, etc.

Und Cortisol-Abbau passiert zwar auch durch viel Wasser trinken, Bewegung und genug Magnesium, aber vor allem beginnt der Abbau erst nach mind. zwei Stunden absoluter Ruhe, in denen keine neuen Reize auf Dich zukommen dürfen.

Keine neuen Reize sind für Hochsensible im Alltag aber schwer zu schaffen und deshalb ist da ein guter Schlaf das allerbeste!

 

So, jetzt habe ich Dich erst dran erinnert, dass wir Hochsensiblen deutlich mehr Reize aufnehmen als normalsensible Menschen und Dir dann erklärt, was in unserem Körper passiert, wenn wir in Stress geraten.

Du kannst Dir nun schon denken, wie das beides miteinander zusammen hängt. Genau:

Wenn wir Hochsensiblen viel mehr Reize aufnehmen, dann sind wir viel früher in der Stresssituation. Und wenn wir dann – wegen gerade dieser Fähigkeit, mehr wahrzunehmen – weniger zur Ruhe kommen, dann sind wir viel eher im Dauerstress und werden viel eher krank.
Ich bin mir sicher, dass in den – vor allem in den psychosomatischen – Kliniken überwiegend hochsensible Menschen sind. Genau wegen der eben erwähnten Zusammenhänge.

Was folgt nun für Dich daraus?

Du kannst (und müsstest eigentlich!) auf Deine Gesundheit achten,
– indem Du Dich nicht zu vielen Reizen aussetzt,
– indem Du viel Wasser trinkst, damit die überschüssigen Hormone ausgeschwemmt werden,
– indem Du Dir nach einer kurzen Aufregung mit Adrenalin-Ausschüttung bewusst mind. 20 Minuten Ruhe gönnst, damit Dein Körper das Hormon wieder abbauen kann und
– indem Du Dich nach längerem Stress mit wahrscheinlicher Cortisol-Ausschüttung am besten in der Natur bewegst und
– indem Du dafür sorgst, dass Du dann mehr als zwei Stunden absolute Ruhe bekommst, damit auch das Hormon wieder auf den Normalwert zurück gehen kann.

Für mich war das Wissen um diese Zusammenhänge der Grund, doch gegen meine Wechseljahrs-Beschwerden vorzugehen und sie nicht nur einfach als normal einzuordnen und damit zu leben. 16 bis 22 Mal bin ich nämlich in der Nacht durch Hitzewellen wach geworden und bekam so überhaupt nicht mehr die notwendigen mind. 2 Stunden Ruhe zum Cortisol-Abbau. Mit den entsprechenden o.g. Folgen!
Nun schlafe ich wieder gut genug und bin deutlich gesünder.

Ich gehe davon aus, dass Du verstanden hast, warum wir Hochsensiblen mehr auf unsere Gesundheit achten müssen, und wünsche Dir, dass Du es nun auch wirklich hinbekommst.

Wenn Du Unterstützung brauchst, dann wende Dich gerne an mich und wir entwickeln gemeinsam Lösungsideen.

Herzlichst

Deine Christiane Kilian

Foto: Christiane Kilian

Wenn Du diesen Artikel kommentieren möchtest, dann tue das doch bitte auf meiner Facebook-Seite. Klicke hier drauf, dann kommst Du hin.

2 Comments

  • Yvonne

    6. Januar 2018

    Liebe Christiane,
    ein sehr interessanter Artikel! Vor allem, weil ich bei meiner älteren Tochter immer das Gefühl habe, dass sie sehr sensibel ist. Sie ist zwar nicht oft krank aber ansonsten stimmt vieles, was Du geschrieben hast, mit ihrem Verhalten überein. Ich werde mir mal in Ruhe Dein Webinar zum Thema Hochsensibilität ansehen.
    Herzliche Grüße
    Yvonne

    • Christiane Kilian

      6. Januar 2018

      Liebe Yvonne, ich freue mich, dass Dir mein Artikel Anregungen gegeben hat. Wenn Deine Tochter hochsensibel ist, dann könnte es gut sein, dass Du es auch bist oder mindestens jemand anders in Eurer Familie. Denn Hochsensibilität wird vererbt. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute! Christiane