Sind alle Hochsensiblen gleich?

Das Wissen über Hochsensibilität ist DIE Begründung für Toleranz

Ich habe 2010 entdeckt, dass ich auch hochsensibel bin, beschäftige mich seitdem intensiv mit diesem Thema, halte dazu auch Vorträge und bin damit im Internet unterwegs. Dadurch habe ich natürlich schon mit sehr vielen hochsensiblen Menschen Kontakt gehabt. Mir liegt es sehr am Herzen, dass sich das Wissen um die Hochsensibilität ausbreitet und bei so manchem Ratgeber denke ich, der müsste für HSP (Hochsensible Personen) anders geschrieben werden, als für Normalsensible.

Und um gleich mal die Frage des Titels zu beantworten: Nein, natürlich sind nicht alle HSP gleich! So wie es kaum zählbare Farben gibt, so gibt es auch unzählbare Varianten hochsensibler Menschen. Wir haben zwar bestimmte charakteristische Eigenschaften, aber wie stark die bei uns jeweils einzeln ausgeprägt sind, das ist doch grundverschieden und genau das ergibt die Nuancen auf der riesigen Farbpalette.

Dazu kommt ja unsere Sozialisation und unsere Lebensgeschichte, die dazu geführt haben, dass wir manche Eigenschaften ausprägen konnten und andere nicht. Jede von uns hat ihre eigenen Erfahrungen im Leben gesammelt, und selbst scheinbar vergleichbare Situationen brauchten nur einen Hauch anders sein und wir haben anders darauf reagiert und uns dadurch anders weiterentwickelt.
Manche unsrer hochsensiblen Eigenschaften haben wir auch verlernt oder gar verdrängt und andere haben wir intensiv pflegen können, bei denen uns gar nicht bewusst ist, dass sie mit Hochsensibilität zusammen hängen, z.B. die Musikalität.

Ich erlebe immer wieder Menschen, die meinen, dass alle HSP gleich wahrnehmen und empfinden müssten, und die sich wundern oder sogar ärgern – und im schlimmsten Fall sogar den anderen HSP ihre Hochsensibilität absprechen, wenn sie nicht genauso wahrnehmen und empfinden wie sie selbst. Es sind Aussagen wie:
– “Der/die muss doch merken, wie es mir geht und was ich jetzt brauche. Er/sie ist doch auch hochsensibel.”
– “Wenn die/der wirklich hochsensibel wäre, würde er/sie sich nicht so verhalten!”
– “Wenn Sie das kalt lässt, können Sie gar nicht hochsensibel sein.”

Bei mir führte die Entdeckung meiner Hochsensibilität genau zu der anderen Schlussfolgerung:
Da ich nun weiß, dass ich vieles wahrnehmen kann, was andere gar nicht wahrnehmen können, gestehe ich allen anderen auch zu, dass sie etwas wahrnehmen, was ich nicht wahrnehmen kann.
Warum sollte es denn auch anders sein?

D.h. für mich ist mein Wissen um meine Hochsensibilität die Begründung schlechthin für Toleranz. So wie jeder Mensch anders aussieht, so empfindet auch jeder Mensch anders. Nicht nur die HSP anders als die Normalsensible, sondern eben auch jede hochsensible Person anders als eine andere hochsensible Person. Und wenn ich will, dass ich mit meinem So-Sein akzeptiert werde, dann muss ich logischerweise auch die anderen so sein lassen, wie sie nun mal sind.
Mir steht es nicht zu, über andere zu urteilen, weil ich nicht möchte, dass sie über mich urteilen ohne – wie es in dem Spruch heißt – tausend Meilen in meinen Mokassins gelaufen zu sein.

In den anderen Blogartikeln erkläre ich Dir Stück für Stück, was wir HSP noch alles für Besonderheiten haben bzw. haben können. Denn:

Nicht alle HSP sind gleich!

Schau Dir zu dem Thema hier auch meine Seite für Hochsensible an.

Ich freue mich über Dein Interesse und wünsche Dir einen guten Blick für Andere!

Deine Christiane Kilian

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