Dein Selbstwertgefühl und der Elternabend

Oder: Warum paradoxe Wirkungen logisch sind

Gestern habe ich im Radio die Frage eines angehenden Lehrers gehört, wie man mit wütenden Menschen umgehen kann, wenn sich z.B. ein Elternteil beim Schulelternabend aufregt.

Und der Berater beim Radiosender berichtete von dem in der Psychologie bekannten Phänomen der paradoxen Wirkung eines Apells.

Du hast diese Situation sicherlich auch schon erlebt, dass ein wütender Mensch noch wütender wird, wenn Du versuchst ihn zu besänftigen.

Ich möchte Dir heute diesen Zusammenhang mit meinem Paradiesbaum erklären. Der Paradiesbaum erklärt Dir logisch, welches Verhalten uns zum Glück führt und welches nicht.

In dem Blogartikel zum Parken habe ich schon mal erklärt, dass wir uns immer dann, wenn wir an Grenzen stoßen, klein fühlen.

Wenn Du an eine Grenze stößt, fühlst Du Dich zwangsläufig erstmal klein!

Und so ist es auch in dieser Elternabend-Situation, bei der wir gar nicht wissen müssen, um was es konkret ging – wir können uns vorstellen, dass der Vater oder die Mutter mit irgendetwas, was in der Schule läuft, nicht einverstanden ist. Das heißt er oder sie will etwas anderes haben und bekommt ihren Willen gerade nicht. Sie fühlt sich in dem Moment dem Schulsystem ausgeliefert und dadurch machtlos und klein.
So will sie sich aber nicht fühlen und geht deshalb in die Offensive, um sich zu stärken und regt sich über die Situation auf, schimpft und wird immer wütender.
Die Folge ist, dass sich dann der Lehrer klein fühlt, weil er  nicht verstanden wird oder weil er etwas vertreten muss, das er selbst nicht gut findet, oder ähnliches.
Aus diesem Gefühl heraus – und weil das ja sowieso ein typisches Verhaltensmuster von Lehrpersonen ist – geht er auf die Eltern-Ich-Ebene und versucht den wütenden Mensch vor ihm zu besänftigen.
Er sagt: „Nun regen Sie sich mal nicht so auf!“ oder „Beruhigen Sie sich doch!“ oder ähnliches. Er stellt sich mit diesen Aussagen wieder deutlich über den wütenden Vater oder die wütende Mutter und vermittelt ihr, dass sie sich kindisch verhält.
Und genau so empfindet das Elternteil das Verhalten der Lehrperson dann auch: Dass er wie ein Kind von den Eltern angesprochen wurde. Er fühlt sich noch kleiner und herabgewürdigter und wird dann noch wütender bis er am Ende vielleicht sogar körperlich aggressiv wird.

Es ist eine Spirale, bei der es beiden Teilen nur drum geht, sich wieder stärker und größer fühlen zu können.

Und so tritt die paradoxe Wirkung des Apells ein.

Statt sich zu beruhigen, wie die Aufforderung ist, wird der Mensch immer wütender.

Ganz logisch und mit meinem Paradiesbaum auch nachvollziehbar.

Die Lehrerin, die diese Zusammenhänge erkannt hat, hat grob drei Möglichkeiten mit diesem wütenden Menschen umzugehen.

Die erste auf dem linken, blauen Ast des Paradiesbaumes habe ich eben skizziert: Weil sie sich nun selbst klein fühlt, kann sie sich über den wütenden Elternteil stellen und versuchen, sich selbst dadurch zu stärken. Das geht mit der Bitte um Beruhigung, das geht aber auch mit der Ausübung von Autorität und solchen Bemerkungen wie „Wenn Sie sich jetzt nicht beruhigen, dann muss ich Sie rausschmeißen.“ Oder „Dann müssen Sie sich für Ihr Kind eben eine andere Schule suchen“ oder ähnliche Machtandrohungen oder auch –ausübungen. Die Folge ist, dass sich das Elternteil dann noch kleiner fühlt.

Die zweite mögliche Reaktion auf dem rechten, roten Ast des Paradiesbaumes ist – sofern die Lehrerin die Zusammenhänge verstanden hat – dem wütenden Elternteil die Stärke zurück zu geben, indem sich die Lehrerin selbst klein macht. Wenn sie z.B. sagt „Es tut mir so leid, dass ich das nicht ändern kann“ oder „Ich kann Sie gut verstehen, aber ich kann das nicht ändern“, dann signalisiert sie ihre Ohnmacht und gibt dem wütenden Menschen recht.

Das kann durchaus zur Deeskalation beitragen. Denn dann wird klar, dass die Lehrerin nicht die richtige Ansprechperson für den Wunsch des Elternteiles ist.

Und die dritte Möglichkeit auf dem mittleren, gelben Ast meines Paradiesbaumes ist es auf Augenhöhe zu kommen. Nicht das Elternteil ist stärker oder die Lehrerin, sondern beide sorgen gemeinsam für sich und das Kind.

Das geht aber nur, wenn die Lehrerin vorher schon gut für sich gesorgt hat: wenn sie in sich ruht und den Elternabend entspannt gestalten konnte.

Wenn Du deeskalieren willst, musst Du dafür sorgen, dass es Dir gut geht!

Dann kann die Lehrerin die Wut des Elternteiles wahrnehmen und zurück spiegeln. Sie kann sagen „Sie sind jetzt total wütend, weil …“ und die Worte des Gegenübers wiederholen und/oder noch besser, dessen Gedanken und Gefühle in eigenen Worten ausdrücken. Der wütende Elternteil wird sich dann verstanden fühlen und durchatmen können.

Er merkt, dass er mit seinem Wunsch ernst genommen wird und fängt an, sich wieder wohl zu fühlen und Hoffnung zu schöpfen, dass er doch noch das bekommen kann, was er (vermutlich für sein Kind) möchte.

Und wenn beide Gesprächsteilnehmende wieder auf der Wohlfühlebene angekommen sind, dann kann nach Lösungen gesucht werden. Aber erst dann.

Ich weiß, dass ich Dir in den Einzelteilen nichts Neues erzähle. Das Besondere ist die Zusammenschau des menschlichen Verhaltens und der Gefühle in dem Paradiesbaum. So wird alles glasklar und dadurch kannst Du ganz schnell erfassen, um was es geht und Dich für den Ast und damit für die Reaktion entscheiden, die Du wirklich mit allen Konsequenzen haben möchtest.

Wenn Du den Paradiesbaum mit all seinen Details kennenlernen möchtest, dann kannst Du jetzt schon das Buch dazu lesen, obwohl es noch nicht veröffentlicht ist. Klicke hier drauf und lies es!

Mit dem Paradiesbaum gebe ich Dir die Freiheit Dein Leben bewusst auf Dein Glück hin, auf Dein paradiesisches Leben hin gestalten zu können.
Nimm sie Dir und nutze sie!

Herzlichst Deine Christiane Kilian

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