Dein Selbstwertgefühl und die Hormone

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Oder: Die Hormone sind gar nicht schuld!

In diesem Blogartikel erkläre ich Dir, wie ich drauf kam, dass gar nicht die Hormone schuld an meiner schlechten Laune waren und sind, sondern allein mein Selbstwertgefühl.

Vielleicht weißt Du, dass ich vier Söhne habe und in zweiter Ehe mit einem Mann verheiratet bin, der auch noch einen Sohn mitgebracht hat, der wiederum sich nahtlos wunderbar an die Reihe meiner Söhne angehängt hat. Sie sind alle groß und aus dem Haus und haben fast alle feste Partnerinnen. Da fällt Dir das Rechnen nicht schwer und Du kannst Dir vorstellen, was los ist, wenn sich die Familie aufgrund des Weihnachtsfestes zusammenfinden will. Weihnachten selbst waren sie jeweils bei den anderen Eltern unterwegs, aber am 26. und am 27. sind sie dann alle (bis auf zwei) bei uns eingetrudelt. Also waren für drei Tage und Nächte 8 Personen mehr bei uns.

Wir haben durch die Straußwirtschaft zwar ein großes Haus, aber es ist für Übernachtungsgäste nicht so wirklich praktisch. Nur eine Dusche und eigentlich nur ein Gästezimmer; mein Büro und unsere Wohnküche müssen dann halt auch noch zum Schlafen umfunktioniert werden. Wobei der Seminarraum für die große Familie schon sehr praktisch ist, weil es zum Essen und Aufenthalten egal ist, dass er ein Durchgangszimmer ist.

Sonst zu zweit, jetzt zu zehnt!

So: Es waren also fast alle da, d.h. der Unterschied zu unserem sonst so beschaulichen Alleine-Leben war riesig. Natürlich freue ich mich, sie alle zusammen zu haben und ganz besonders, dass sich alle so gut miteinander verstehen.

Aber trotzdem fühlte ich mich zwischendrin nicht gut.

Es tauchte ein alt bekanntes unangenehmes Gefühl in meinem Bauch auf, das ich nicht greifen konnte. Es war mir aber sehr vertraut von früher, als wir noch alle zusammen wohnten.

Ich hatte versucht mich auf den Besuch so einzustellen, dass ich noch Rückzugsmöglichkeit und auch nicht viel Arbeit hatte. Und doch war ich unzufrieden, genervt und schlechter Laune.

Warum nur?

Ich wusste doch, was auf mich zu kommt und ich wusste, dass nach drei Tagen alle wieder weg sein würden. Ich sollte das doch wirklich aushalten und mal über meinen Schatten springen können.

Konnte ich aber nicht.

Ich konnte dieses unangenehme Gefühl nicht fassen. Früher hätte ich es auf die Hormone geschoben, aber das passte jetzt nicht mehr, denn seit ewig langer Zeit machten die mir keine Probleme mehr. Also warum sollten sie dann jetzt auf einmal?

Ich dachte nach und begriff es plötzlich:

Natürlich hängt es mit meinem Selbstwertgefühl zusammen!

Du weißt vielleicht schon, dass ich den Paradiesbaum erarbeitet habe, in dem ich Dir das menschliche Verhalten erkläre, damit Du Dein Leben bewusst auf Dein Glücklich-sein, also auf Dein persönliches Paradies hin ausrichten kannst. Wenn Dich der Paradiesbaum interessiert, dann klicke hier und lies mein Buch dazu. Es ist zwar noch nicht gedruckt, aber Du kannst es als PDF trotzdem schon lesen!

In meinen Blogartikeln kann ich Dir immer nur einen kleinen Ausschnitt des Baumes erklären und das tue ich jetzt in Bezug auf den oben geschilderten Weihnachtsbesuch.

Das Selbstwertgefühl wird zum Teil definiert als „die Wahrnehmung des persönlichen Könnens“. D.h., wenn ich den Eindruck habe, dass ich mein Leben in der Hand habe und es selbst gestalten kann, dann geht es mir gut und ich habe ein starkes Selbstwertgefühl.
Und wenn ich mich anderen oder etwas ausgeliefert, mich ohnmächtig und klein fühle, dann habe ich in dem Moment ein geringes Selbstwertgefühl.

Du hast immer dann ein gutes Selbstwertgefühl, wenn Du das Gefühl hast, dass Du Dein Leben selbst gestalten kannst.

Wenn ich mir nun die Situation unseres Weihnachtsbesuches genau anschaue und dazu noch mit dem Wissen um meine Hochsensibilität* (also in dem Fall durchaus Empfindlichkeit), dann komme ich zu der Erkenntnis, dass während des Familienbesuches mein Selbstwertgefühl ganz unten war:

– Mein Haus sah drinnen nicht mehr so aus, wie ich es gestaltet hatte, damit ich mich wohlfühle.
– Ich konnte meinen Tagesrhythmus nicht so leben, wie ich es mag und wie ich mich wohlfühle, weil wir die Mahlzeiten natürlich zusammen einnehmen wollten, die jungen Leute aber einen ganz anderen Lebensrhythmus haben.
– Ich kam nicht zum Zeitunglesen, das mir ein lieb gewordenes Ritual ist.
– Ich konnte nicht an den PC, weil mein Büro besetzt war.
– Ich konnte mich mit keinem meiner Familienmitglieder so unterhalten, wie ich es gerne getan hätte, weil ständig jemand dazwischen kam.
– …

Das heißt: Ich stieß ohne Ende an Grenzen und fühlte mich der Situation hilflos ausgeliefert.

Du hast immer dann ein geringes Selbstwertgefühl, wenn Du Grenzen spürst.

Und genau das war das Gefühl in mir. So wie früher auch, als ich in der großen Familie einfach unterging oder hart kämpfen musste, damit es nicht passierte.

Ich habe nun verstanden:

Das waren auch früher nicht die Hormone!

Meine schlechte Laune, meine negativen Gefühle waren gar nicht durch die Hormone ausgelöst und bedingt. Es war damals wie jetzt dieses Mich-klein-Fühlen, die Ohnmacht, das Nicht-mehr-Wahrnehmen meines Könnens; ausgelöst durch die Grenzen, die ich deutlich gespürt habe.

Am zweiten der drei Tage war die Frage, ob ich mit der ganzen Meute rauf in den Schnee fahren will. Sofort war mir klar, dass ich das nicht will, weil mir das wieder ein paar Stunden Selbstbestimmung über mein Leben gab. Mein Mann und ich gingen dann mittags zum Essen aus und meine Laune besserte sich direkt erheblich. Einfach nur deshalb, weil ich wieder selbst handeln und über mein Leben bestimmen konnte.

Die Konsequenz aus der Erfahrung mit den dazugehörenden Erkenntnissen über mich selbst ist, dass es im Winter keine Familientreffen mehr bei uns geben wird. Weihnachten hin oder her!

Für den Sommer haben wir was verabredet, wo dann wohl wirklich alle kommen können, aber dann ist Zelten im Garten angesagt. D.h. wir haben unsere Privaträume noch für uns und die ganzen Klamotten, Schuhe, Smartphones und Spielsachen der Enkelin etc. liegen nicht bei uns rum.

Ein großes Ferienhaus ist die Lösung.

Und wenn es wieder ein Wintertreffen geben soll, dann so wie im Frühjahr 2017 in einem großen Ferienhaus.

– Das war nicht meines.
– Das habe ich nicht nach meinen Vorstellungen eingerichtet.
– Da bin ich nicht verantwortlich, sondern nur ein gleichberechtigter Gast, wie unsere Söhne und Schwiegertöchter auch.
– Das war damals total entspannt für uns alle und meine Laune war da auch super.

Aber für die Erkenntnis, dass es nicht die Hormone sind, sondern das geringe Selbstwertgefühl, bin ich den Kindern jetzt echt dankbar.

Denn damit ist auch die Lösung aufgezeigt. Hormone passieren und wir können sie nicht steuern. Mein Selbstwertgefühl kann ich aber steuern, wenn ich die Zusammenhänge verstanden habe.

Dein Selbstwertgefühl kannst Du stärken, wenn Du die Zusammenhänge verstanden hast!

Aber nur dann! Und deshalb möchte ich dieses Wissen auch gerne an Dich weitergeben.

Klicke hier und erfahre mehr über den Paradiesbaum.

Achte Du das nächste Mal drauf, wenn Du schlechte Laune oder negative Gefühle hast, ob es nicht auch eher die Hilflosigkeit ist, bevor Du es auf Deine Hormone schiebst.

Wobei die natürlich auch eine gute Ausrede sind, wenn Du nicht sagen willst, was Dich stört und was Du gerne anders hättest. Aber sie sind eben nur eine Ausrede!

 

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du immer gleich wahrnehmen und einordnen kannst, was mit Dir los ist, weil Du es nur dann zum Besseren ändern kannst!

Deine Christiane Kilian

*Wenn Du mehr über Hochsensibilität wissen möchtest, dann kannst Du Dich für meinen kostenlosen Mitgliederbereich anmelden, in dem Du viele Informationen und hilfreiche Unterlagen zu Hochsensibilität, Selbstwertgefühl, Logik und glücklichem Leben findest.

 

2 Comments

  • Sonja

    12. Februar 2018

    Sehr schön geschrieben, kenne ich auch.

    • Christiane Kilian

      12. Februar 2018

      Danke, liebe Sonja!